Wie Mr. Grey die Lust nicht nur in seinem Spielzimmer befreit

Christian Grey und Anastasia Steele haben ihre Lust nun über drei Filme hinweg immer mehr befreit und dazu beigetragen, dass auch viele andere Menschen neue erotische Horizonte erkundet haben. Flirt Fever hat für euch den dritten Teil von Shades of Grey etwas genauer unter die Lupe genommen und verrät euch, welche heißen Abenteuer sich für das heimische Schlafzimmer eignen, was ihr von Christian Grey über die Verführung in ernsten Beziehungen lernen könnt und warum stille Wasser oft tiefer sind, als man vermuten würde.

Was zuvor geschah

Im Grunde lässt sich die Vorgeschichte des Films sehr kurz zusammenfassen. Die Studentin Anastasia Steele (kurz Ana) trifft anlässlich eines Interviews, bei dem sie ihre Mitbewohnerin Kate vertritt, auf Christian Grey. Schnell verliebt sie sich in den gutaussehenden Milliardär und findet heraus, dass dieser auf ungewöhnliche Sexpraktiken steht.

Im Laufe der ersten beiden Filme finden die beiden zunächst zusammen, gehen dann aber vorübergehend getrennte Wege, da Ana mit Christians Vorlieben nicht klarkommt und dieser außerdem wenig Nähe zulässt.

Nach langsamer Annäherung findet Anastasia schließlich zunehmend Gefallen an Christians erotischem Spielzimmer, während er sich ihr öffnet und feststellt, dass er ohne sie nicht leben kann.

Die Handlung von ‚50 Shades of Grey – Befreite Lust’

Der neue Film beginnt gleich mit der Hochzeit der beiden. Doch nicht nur beim Thema Sex müssen beide sich an Neues gewöhnen:

„Mrs. Grey?“ spricht Christian seine Angetraute an.

„Das bin ich…“ stellt sie lächelnd fest.

„Ja, du.“

Weniger begeistert reagiert er jedoch, als Anastasia ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt. Christian fühlt sich nicht bereit, Vater zu werden und wirft seiner Frau Nachlässigkeit vor.

Im Laufe ihrer Vorgeschichte hatte Anastasia Probleme mit ihrem (inzwischen ehemaligen) rachsüchtigen Boss, Jack Hyde. Als sein Versuch, Ana zu entführen, scheitert, greift er sich Christians Schwester Mia. Er lockt Ana zur Lösegeldübergabe und beginnt dort sie zu schlagen und zu treten. Abgesehen von Hyde, dem Ana ins Bein schießt, bleiben jedoch alle unversehrt.

Die Ereignisse lassen Christian erkennen, dass niemand ihm mehr bedeutet als Ana. Er möchte das Baby bekommen und zum Ende des Filmes bekommen die Zuschauer sogar die glückliche Familie in ihrem neuen Heim gezeigt.

Mehr als nur erotische Sexspielchen

So weit die grobe Geschichte. Von der Story über den Spanungsaufbau bis hin zur Message ist der dritte Teil wohl der stärkste der Trilogie. Während bisher die Lösung meist unmittelbar auf das Problem folgte, verläuft ‚Befreite Lust’ über einen gewohnten Hollywood-Spannungsbogen. Es geht nicht mehr allein um Bondage-Spiele. Obwohl die erotischen Aufnahmen unbestreitbar ästhetisch sind, würde der Zuschauer sich nach zwei vorhergehenden Filmen sicher anfangen zu langweilen.

Um den sexuellen Schwerpunkt der Geschichte spinnen sich nun mehrere Erzählstränge, die sich nicht ausschließlich um Ana und Christian Grey und deren unterschiedliche sexuelle Einstellungen drehen. Die Geschichte wird auf diese Weise aufgelockert und weniger einseitig. Hinzu kommt, dass nun auch alltäglichere Schwierigkeiten mit Identifikationspotenzial angesprochen werden:

Ohne die Sexszenen in Christians rotem Zimmer verlöre der Film dennoch seinen Reiz. Die sorgloseren Liebesakte außerhalb des Spielzimmers wirken wie eine Erlaubnis, die auch eigene Lust auch freier auszuleben – ganz schamlos.

Was können wir aus der Liebe der Greys lernen?

Schon die Bücher und die ersten Filme hatten einen enormen Einfluss auf die Sexualität vieler Paare. Wer die reizvollen Bondage-Techniken selbst ausprobiert, sollte jedoch Vorsicht walten lassen. In der Vergangenheit haben schon einige Paare einen unangenehmen Notruf absetzen müssen!

Viel Neues zum Thema Sex vermittelt der Film nicht mehr. Allerdings arbeitet der Streifen weiter am Selbstbewusstsein seiner Zuschauer. Plötzlich ist (Oral-)Sex auf dem Küchentisch eines gemeinsamen Ferienhauses völlig okay und Autosex auf öffentlichen Parkplätzen scheint ebenfalls normal.

Doch auch freizügiger Sex unterliegt gewissen Grundregeln:

  1. Sex ist immer – besonders bei ungewöhnlichen Praktiken – mit gegenseitigem Vertrauen verbunden, nicht missbraucht werden darf.
  2. Der Liebesakt sollte nicht zu erzieherischen Zwecken missbraucht werden. Das Mittel der Wahl heißt hier: Kommunikation.
  3. Nein heißt nein, und Rot heißt Stop. Zum ersten Mal in der Filmreihe macht Anastasia Gebrauch von ihrem Safeword. Beide müssen sich an die Regeln halten, sonst funktioniert das Spiel nicht.
  4. Und schließlich ein Klassiker: niemand ist perfekt und Unfälle geschehen. (Ehe-)Paare halten in guten und in schlechten Zeiten zusammen.

Höhepunkt mit schönen Bildern, mehr Spannung und einem Happy End

Wer die ersten beiden Filme genossen hat, wird auch am dritten Teil der Reihe Gefallen finden. Allerdings dürften sich die Meinungen zur Geschichte in zwei Lager teilen:

  1. Diejenigen, die vor allem viel Sex und erotische Szenen sehen wollen und diesbezüglich möglicherweise enttäuscht sein werden, da der Höhepunkt hier nicht viel Neues zu bieten hat.
  2. Diejenigen, die sich ein wenig mehr Story und glaubhafte Beziehungsentwicklungen gewünscht haben und diesbezüglich definitiv befriedigt werden.

Die Story ist für ihren Beitrag zur Lockerung der teilweise noch immer verklemmten Einstellung gegenüber Sex zu loben. Die körperliche Liebe zwischen zwei Menschen ist genauso natürlich wie die emotionale und sollte in unserer modernen Gesellschaft längst kein Tabu mehr darstellen. Zwar hat dies im Laufe der Geschichte auch die Pornografie versucht, doch stößt derartige Aufklärung in Romanform noch immer auf mehr Akzeptanz als in den ‚Schmuddelfilmchen’.

Insgesamt ist die Filmreihe ein sexueller Befreiungsschlag, der es schafft zu betonen, dass Beziehungen mehr sind als körperliche Nähe. Daher sagt Flirt Fever: Daumen hoch für die schönen Bilder, die spannende Story und das Happy End, aus dem wir alle noch etwas lernen können!

 

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