Bilder, die erregen: Eine kurze Geschichte der Pornografie

Junge Frau im Mieder

Pornographische Darstellungen gab es bereits während der gesamten Menschheitsgeschichte. Anscheinend hat unsere Spezies schon immer Gefallen daran gefunden, andere in eindeutigen Posen betrachten zu dürfen. Die Art der Darstellung und ihre Wahrnehmung haben sich im Laufe der Zeit jedoch weiterentwickelt. Flirt Fever nimmt euch mit auf eine Reise durch die Geschichte der Pornographie.

Pornografie in der Antike: Schamlose Darstellungen als Gabe an die Götter

Bereits in der Antike waren nackte Menschen beim Liebesspiel ein beliebtes Motiv.
Vasen und Wandbilder aus dem antiken Griechenland oder auch dem Römischen Reich stellten bereits sehr eindeutige pornografische Inhalte dar.

Das berühmte indische Kamasutra entstand etwa 200 n.Chr. Bei diesem Werk handelt es sich um ein Lehrwerk und Leitfaden für Liebe und Erotik, der vor allem für seine bildlichen Darstellungen akrobatischer Stellungen beim Liebesakt bekannt ist.

Interessant ist, dass die Darstellungen damals nicht als schmuddelig oder anzüglich wahrgenommen wurden, sondern als Abbilder eines erfüllten und guten Lebens. Die Römer beispielsweise glaubten darüber hinaus, dass die Symbole der Fruchtbarkeit die Götter gnädig stimmen sollten. Die Abbildungen waren im Stadtbild zu sehen und zierten auch häufig die Wände der Wohnräume der Menschen.

Pornografie ab dem Mittelalter: Heimliche Lektüre verbotener Bücher

Mit der zunehmenden Machtergreifung der Kirche wandten die Menschen sich jedoch immer mehr von dieser öffentlichen Darstellung ab und Spaß an Sex wurde zu einem Tabu.

Dieser Zustand änderte sich während der nächsten Jahrhunderte kaum. Erst mit der Erfindung des Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts kam die Entwicklung wieder in Schwung. Nun konnten die Menschen wieder heimlich pornografische Inhalte konsumieren – die Geburtsstunde der erotischen Literatur.

Aus den folgenden Jahrhunderten sind viele Gemälde, Statuen und literarische Werke enthalten, die zwischen Kunst und Pornografie schwanken. Das Interesse an Sexualität war trotz der Tabuisierung durch die Kirche ungebrochen.

Die Erfindung der Kamera – Die Geburtsstunde des Pornofilms

Den größten Entwicklungsschritt machte die Pornografie mit der Erfindung der Kamera. Der Horrorfilm- und Pornoproduzent David F. Friedmann drückte es folgendermaßen aus:

„Fünf Minuten, nachdem 1827 die Photographie und 1894 der Film erfunden wurde, stand eine nackte Frau vor der Kamera.“

Heimlich wurden Postkarten und Fotografien mit pornografischen Inhalten verkauft; für jeden Geschmack war etwas zu haben.

Erste Pornofilme gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie wurden „Stage Films“ genannt und waren etwa zehn Minuten lange Stummfilme mit sexueller Handlung. Vorgeführt wurden sie auf Rummelplätzen und im Rotlicht Milieu.

Bereits 1910 gab es in den USA etwa 10.000 kleine Kinos, die solche Pornofilme zeigten. Für ihre Besitzer waren sie leicht auszustatten: Eine Leinwand, ein Projektor und ein paar Stühle genügten. Die Darsteller dieser Filme trugen oft Masken, um nicht erkannt zu werden.

Gezeigt wurden die Pornos jedoch nicht nur in Kinos, sondern auch von herumreisenden Vertreibern, die damit bis in die 1960er Jahre hinein in die entlegensten Orte fuhren. Die Orte, an denen die Filme gezeigt wurden, waren geheim und Zutritt hatten nur Befugte. So versuchte man, den Ordnungshütern zu entkommen. Das Zeigen pornografischer Inhalte war damals verboten. Pornografische Fotos wurden erst in den 1940er Jahren und Filme sogar erst in den 1970er Jahren legalisiert.

„Deep Throat“ – Pornos werden zum Massenmedium

Der Wendepunkt der Geschichte der Pornografie kam 1972: Der Film „Deep Throat“ machte Pornofilme zu einem Massenmedium. Er war der erste Porno in Spielfilmlänge, der nicht mehr nur in geheimen Schmuddelkinos lief. Pornos zu sehen wurde auf einmal salonfähig und der Film verzeichnete extrem hohe Besucherzahlen. Gedreht wurde er für nur 2200 Dollar und spielte etwa 600 Millionen wieder ein.

Die Erfindung der Videokassetten brachte die Filme dann nach Hause und eröffnete einen völlig neuen Markt. 1983 erreichten Pornos zwei Drittel ihres Umsatzes durch Videokassetten.

Das Internet – Eine neue Generation der Pornos

Die größte Veränderung der letzten Jahrzehnte brachte jedoch das Internet mit sich. Pornos können nun von überall anonym geschaut werden; die erfolgreichsten Pornoseiten sind kostenlos. Auf Seiten wie YouPorn oder PornHub können User sogar selbst eigene Amateurfilme hochladen.

Die Pornoindustrie boomt wie nie zuvor und heute ist sie es zum Teil, die Medientechnologien (wie beispielsweise der VHS Kassette) und Standards zum Durchbruch verhilft. In den letzten Jahren verzeichneten Unternehmen wie Mindgeek, Evil Angel oder Vivid Umsätze in Milliardenhöhe und dieser Trend scheint nicht abzubrechen. Im Gegenteil – immer neue Techniken bringen auch immer neue Formen der Pornografie hervor. Virtual Sex oder Robotersex mögen für viele nach absoluter Science Ficiton klingen. Für die Pornoindustrie gehören solche Errungenschaften jedoch bereits zum Alltag und Pornos, die sich von zu Hause aus per Fernbedienung steuern lassen, sind längst nichts Ungewöhnliches mehr.

Was meint ihr, wie werden die Pornos der Zukunft aussehen? Teilt doch eure interessanten oder lustigen Ideen in den Kommentaren!