Ist Piercen erotisch?

Gepiercter Bauchnabel einer nackten FrauDer Internationale Tag des Body Piercing wird jährlich am 28. Juni gefeiert. In der ganzen Welt feiern an diesem Tag Piercer wie Gepiercte ihren Körperschmuck.

Aber sind Piercings heutzutage noch wahrhaft im Trend? Wie ist es um den Sexappeal von Menschen bestellt, die kleine und größere Metallstücke fest am Körper tragen? Flirt Fever hat sich einmal umgehört.

International Body Piercing Day (28. Juni)

Geehrt wird am 28. Juni ganz konkret Jim Ward, der das Körperpiercing populär gemacht hat, und der heute Geburtstag hätte. Seit 2011 finden sich Piercing Fans weltweit zusammen und halten diesen Tag bei Veranstaltungen ab.

Jim Ward ließ sich mit etwa 30 Jahren in Los Angeles nieder. Dort lernte er den Piercer Doug Malloy kennen. Dieser hatte bereits einen Laden und zahlreiche Kunden. Malloy war es, der Wards Kreationen veröffentlichte und sogar in lokalen Zeitungen Werbung dafür schaltete. Nach nur drei Jahren hatte Ward so viele Fans angezogen, dass er seine Piercingtechniken vervielfältigte.

Mit einem verbesserten Rüstzeug eröffnete Jim Ward am 17. November 1978 ein Piercingstudio namens The Gauntlet Store, im Westteil von Hollywood. Außerdem brachte er das erste Piercing Magazin, PFIQ, heraus. Seine Verdienste um das Piercen werden nachhaltig in Erinnerung verbleiben.

(Kurze) Geschichte des Piercings und Verbreitung

Stäbe durch die Haut zu stechen, besitzt eine lange Tradition. Naturvölker zieren seit Jahrtausenden ihre Körper mit Stäben oder Platten. In spirituellen Riten vollziehen auch indische Völker und einige nordamerikanische Ureinwohner diesen Ritus.

Die Sitte, ihre Haut mit Ringen und Stäben zu durchstechen, übernahm in westlichen Kulturkreisen die Rockszene, die in San Francisco begann. Der Körperschmuck zog nach Hollywood ein und fand dort unzählige Jünger. Von Hollywood breitete sich das Piercing über alle Kontinente aus und wurde zum Kultstatus.

Wo kann man sich ein Piercing stechen?

Unter den Piercing Varianten haben sich Klassiker hervorgehoben. Flirt Fever stellt ein paar davon vor.

Ohren

Die Ohren von Menschen können von verschiedenen Closure Ringen in unterschiedlichen Größen geschmückt sein. Auch sehr beliebt sind Helix Piercings, die mit einem Barbell verbunden sind.

Im Gegensatz zum Ohrring werden die Piercings durch das Knorpelgewebe gestochen und nicht durch das Ohrläppchen.

Gesicht

Für das Gesicht gibt es unter anderem das Labret Priercing. Dieses Piercing ist für

  • Augenbrauen,
  • Wangen
  • und Mund.

Piercer mögen es besonders an den Lippen, der Zunge und am Kinn. Für die Nase wählten Piercingfans meistens das Nostril oder Septum.

Oberkörper

Piercings am Körper kommen seltener vor. Den Rücken ziert dann meist das Korsett, parallel zum Rückgrat verlaufende Einstiche für Ball Closure Ringe oder Barbells. Den Vorderkörper dekorieren häufig:

  • das Madison,
  • ein Hüft- oder Bauchnabelpiercing
  • oder, zum sexuellen Anreiz, die Brustwarzen (Nippel Piercing).

Intimbereich Piercings

Den Intimbereich können sich beide Geschlechter piercen lassen: Frauen die großen Schamlippen und die Klitoris, Männer die Vorhaut.

Einen besonderen Anreiz haben diese Piercings deshalb, da sie nicht gleich von jedem gesehen werden können.

Weitere interessante (Erotik)Fakten zu Intimpiercings:

  • Schon die Schmerzen beim Durchstechen und das Anlegen können sexuell stimulierend wirken.
  • Eine zusätzliche Stimulation sind die wochenlange Enthaltsamkeit und die Nachuntersuchungen, bis die Stelle verheilt ist.
  • Intimpiercings machen besonders sensibel und erhöhen das Reizempfinden.

Liegt Piercen noch im Trend?

Das Piercen erfreut sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Laut einer Studie von Flesh Tunnel Shop sind 3% aller Männer und 9 % aller Frauen gepierced.

Das am häufigsten dafür gewählte Material ist Stahl, gefolgt von Silikon und Titan. Die meisten Männer tragen Piercings im Gesicht (Auge und Nase), die meisten Frauen am Bauchnabel und an der Ohrmuschel.

Die Erotik des Piercens

Viele Leute, die sich piercen lassen möchten, möchten aus ihrem Körper etwas Besonderes machen. Sie wollen sich von der Normgesellschaft distanzieren und suchen nach Gleichgesinnten.

Mit diesen Gleichgesinnten möchten sie ihren Körperkult erleben, es sind die Neugier, das Lustempfinden und die Einschränkungen, die das Piercing verursacht und das es bei sich und dem anderen auszuloten gilt.

Diese Neugier möchten einige Gepiercte mit Leidenschaft und bis zur Schmerzgrenze erfahren. Ständig wird die Haut an der Körperstelle gereizt.

Wenn Piercings wieder entfernt werden, können hässliche Narben zurückbleiben, an denen Gepiercte auch Gefallen finden.

Sicherheit beim piercen lassen

Jeder, der nicht volljährig ist und sich piercen lassen will, braucht die Unterschrift der Eltern. Jeder ab 18 Jahren kann selbst piercen.

Organisationen von Berufsverbänden und Lobbys haben sich dafür eingesetzt, dass Piercer eine Ausbildung von einem Jahr erhalten. Die EAPP, European Association for Professional Piercing, hat überdies auch auf die vielen Allergien reagiert. Sie führte ein, dass Piercings aus medizinischem Edelstahl sein mussten, aus Titan, Platin, Gold oder anderen allergiefreien Metallen.

Die EAPP sorgt außerdem in Seminaren für Aufklärung, wie Gepiercte auf ihren Körper achten sollen, um Infektionen zu vermeiden.