Sie sind unter uns: Narzissten. Was aber ist damit gemeint? Ein narzisstischer Mensch ist jemand, der sehr auf sich und sein Auftreten fixiert ist. Narzissmus, also Selbstliebe, ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Der eine leidet unter einem geringen Selbstwertgefühl und hat einen weniger ausgeprägten Hang zum Narzissmus, der andere kämpft mit einem übersteigerten Ego und ist eher anfällig für übertriebene Selbstliebe. Die Mitte ist die stets individuelle Verteilung beider Wesenszüge.
Narzisstische Menschen kennzeichnen sich vor allem dadurch, dass sie ungern Nähe zulassen und einen eher unterkühlten Eindruck hinterlassen. Sie gelten als skrupelloser im Umgang mit anderen Menschen und sind, geprägt durch ihr stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein, auch egoistischer als weniger narzisstische Menschen. Liebe definiert ein solcher Mensch demnach auch anders, als die Mehrheit der Masse.
Diese ist vor allem von Oberflächlichkeit geprägt. Vielmehr als wirkliche, partnerschaftliche Nähe ist es für den narzisstischen Part wichtiger, den äußeren Schein zu wahren. Die Beziehung wird auf einen hohen Sockel gestellt und es wird jede Gelegenheit genutzt, anderen zu beweisen wie toll, wie funktionierend und aufregend die Partnerschaft ist. Man steht gern im Mittelpunkt und alle Aspekte der Partnerschaft werden in den höchsten Tönen gelobt. Narzissten sind sehr auf Äußerlichkeiten bezogen, so auch in einer Beziehung. Optische Werte zählen mehr als charakterliche Eigenschaften. Es soll eine Fassade gewahrt werden, deren Bestandteile in Wahrheit jedoch recht realitätsfern und in den meisten Fällen auch nicht alltagstauglich sind. Daraus resultiert, dass einer solchen Partnerschaft die nötige Tiefe fehlt, um im Alltag bestehen zu können. Probleme, wie jede Beziehung sie kennt, werden nicht gelöst, sondern im drastischsten Fall einfach ignoriert. Anders als in gefestigten und aufrichtigen Beziehungen legt der Narzisst keinen Wert darauf, seinem Partner in schwierigen Situationen Beistand zu geben. Er zieht sich lieber mehr oder weniger geschickt aus der Affäre und wirft rasch das Handtuch. Eine schnelle Austauschbarkeit des Partners ist daher in der Regel bezeichnend.
Besonders anfällig für narzisstische Beziehungen sind Prominente. Schauspieler, Sänger aber andere Personen des öffentlichen Lebens besitzen in den meisten Fällen ein starkes Selbstbewusstsein. Schließlich müssen sie in Medien und Öffentlichkeit ständig bestehen und stehen unter einem enormen Druck. Daher ist es nicht abzustreiten, dass ein gewisser Anteil solcher Personen auch stark ausgeprägte narzisstische Neigungen aufweist. Verfolgt man den Gossip, erkennt man schnell welche Paare wie oft in den Klatschspalten auftauchen. Zufall? – Sicher nicht. Natürlich zieht eine interessante Paarung immer auch mehr Blicke und Aufmerksamkeit auf sich. Doch viele prominente Pärchen suchen genau diese Art der Aufmerksamkeit. Selbstbestätigung und Erfolgsbeweis spielen dabei eine wichtige Rolle.
Übersteigerte Selbstliebe führt in den wenigstens Fällen zu einer glücklichen und erfüllenden Partnerschaft, zumindest nicht langfristig. Daher gilt es unbedingt schon frühzeitig Anzeichen einer narzisstischen Neigung des Schwarms oder Partners zu erkennen und dem entgegen zu wirken. Nicht immer muss eine Trennung das Fazit sein. Auf jeden Fall aber sollte sich der betroffene Partner dem anderen öffnen und seine Bedenken mitteilen. Eine Diskussion mit einem Narzissten ist sicher nicht leicht, aber nicht unbedingt hoffnungslos. Im günstigsten Fall besteht eine solche Partnerschaft aus 2 Narzissten. Sicher kein Garant dafür, dass diese Beziehung Bestand hat – aber eine interessante Paarung ist es unbedingt.