Verkuppeln „damals“

Im Gegensatz zum heutigen Verkuppeln, gibt es einige gravierende Untschiede zum damaligen „Modell“. Hier stand eher das „Arrangieren einer Ehe“ im Mittelpunkt. Eine Liebe, so wie sie heute gelebt wird, galt zu früheren Zeiten erst dann als gesellschaftsfähig, wenn sie offiziell, sprich durch eine Heirat, gemacht wurde. Die damaligen Verkuppler sind also mit den modernen fast nicht zu vergleichen.

Viel Zeit hatten die Heiratswilligen nicht, sich im Vorfeld kennen zu lernen. Zeit gemeinsam zu zweit zu verbringen, war fast unmöglich. Und wenn dann nur unter strengen Auflagen. In besseren Kreisen wurden heiratsfährige Damen meist von einer Anstandsdame begleitet. Sich alleine irgendwo aufzuhalten alt als verpönt. Der gute Ruf musste unter allen Umständen erhalten bleiben. Und schon kleinste Abweichungen von der Norm, konnten dafür sorgen, dass eine junge Frau sich ins gesellschaftliche Abseits stellte und als heiratsunfähig galt. Einzig beim Tanz hatten junge Leute die Gelegenheit für kurze, (fast) ungestörte Augenblicke. Freilich nicht genug, um sich ein gutes Bild vom jeweiligen Anderen zu machen. Aber Sympathie spielte in früheren Zeiten sowieso eine, wenn überhaupt, untergeordnete Rolle. Wichtiger war es, den Sohn bzw. die Tochter gut zu verheiraten. Also dem Stand angemessen. Meist sorgten dafür die Eltern der Kinder. Es war, besonders im Hochadel, nicht unüblich, schon Säuglinge für eine gewisse Person zu „versprechen“. Manchmal sogar geschah dies schon im Vorfeld der Hochzeit der Eltern. Es war also die Regel, dass ganze Ehen schon im Kindesalter arrangiert , und mit Eintritt ins heiratsfähige Alter (ca. 14 Jahre) geschlossen worden.

Das damalige Verkuppeln war eine gesellschaftliche Notwendigkeit, bei der die zu Verkuppelnden selten ein Mitspracherecht hatten. Das letzte Wort darüber hatte dabei stets der Hausherr, wobei die Verhandlungen und das Auswählen des Ehepartners nicht selten von der Mutter übernommen worden. In adligen Häusern, hatte man sich zu meist den Wünschen und Vorstellungen des Königs zu beugen.

Sogar in eher einfacheren Schichten galt das Prinzip des „besseren Verkuppelns“. Verbunden war damit die Hoffnung, auf ein besseres Leben. Gelang es den Sohn oder die Tochter mit einer guten Partie zu verkuppeln, hatte das natürlich auch Einfluss auf das Leben der Eltern.

Man kann also behaupten, dass das Verkuppeln früher eine viel weitreichendere Sache war, als heute. Das Gelingen der Verkupplung konnte entscheidenen Einfluss auf das Wohl der ganzen Familie haben und hatte somit eine hohe Priorität im Familienleben.

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