Welt-AIDS-Tag

AidsschleifeViele von euch werden sicher schon einmal was vom „Welt-AIDS-Tag“ gehört haben. Seit 1988 erinnern verschiedenste Organisationen gemeinsam und weltweit jeden ersten 1. Dezember an die noch immer unheilbare und tödliche Krankheit. Es geht den Botschaftern darum, bei den Menschen ein Bewusstsein über HIV und AIDS zu schaffen. Sie engagieren sich für Aufklärung und Schutz, gegen Diskriminierung HIV/AIDS-Erkrankter und vor allem gegen das Vergessen.

Chronik einer weltweiten Pandemie

AIDS übersetzen wir in deutschsprachigen Gegenden mit: „erworbenes Immundefekt Syndrom“. Das bedeutet, dass das Immunsystem eines Menschen durch die Infektion soweit geschädigt wird, dass selbst harmloseste Erkrankungen, wie eine Erkältung, tödlich sein können. Das Vorkommen einer AIDS-Infektion wurde erstmals gegen Ende der 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts bei einem Menschen nachgewiesen. Seinen heutigen Namen erhielt diese Erkrankung allerdings erst Jahrzehnte später. In den 80igern schwappte eine Welle der Panik durch die Medien und verbreitete Angst und Schrecken. Erst 1982 bekam sie ihren bis heute bekannten Namen: AIDS. Die Forschung steckte noch in den Kinderschuhen und man stützte sich auf Beobachtungen. Erstaunlicherweise wurden entsprechende Krankheitssymptome gehäuft in einem bestimmten Personenkreis gefunden: In der Homosexuellen-Szene. Der Verdacht lag nah, dass es sich um eine Geschlechtskrankheit handelte, die sich durch ungeschützten homosexuellen Sexual-Kontakt verbreitete. Daher bekam AIDS zu Beginn auch den Namen GRID (Gay Related Immune Deficiency) und wurde im Volksmund oft als Schwulenseuche oder –pest bezeichnet. Zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Denn auch immer mehr Heterosexuelle steckten sich mit dem Virus an. Besonders betroffen waren Menschen, die auf Bluttransfusionen angewiesen waren, wie beispielsweise Bluter, die sehr oft mit Fremdblut therapiert werden müssen. Ein Test, wie er heute bei der Prüfung von Blutspenden durchgeführt wird, existierte damals noch nicht. Von da an gehörte AIDS zum Alltag vieler Menschen. Diskriminierung und sozialer Abstieg waren kein seltenes Phänomen. Es mangelte an Wissen über diese Krankheit.

Der Stand der Dinge

Heute wissen wir, dank der Forschung, dass eine AIDS-Erkrankung einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV – Humanes Immunschwäche Virus) vorausgeht. Bleibt HIV unbehandelt, bricht früher oder später AIDS als Haupterkrankung aus, welche unweigerlich zum Tod führt. Dank der modernen Medizin ist es jedoch heutzutage möglich, das Ausbrechen von AIDS sehr weit hinauszuzögern. Mittlerweile sogar soweit, dass ein Patient ein relativ normales Lebensalter erreichen kann und verstirbt ohne jemals an AIDS erkrankt zu sein. Von Heilung kann jedoch nicht die Rede sein. HIV überträgt sich nach heutigem Wissensstand neben der Übertragung durch infiziertes Blut auch durch Scheiden- und Samenflüssigkeiten. Tränenlösungen oder Speichel reichen laut Wissenschaft für eine Infektion nicht aus.

Neben dem Schutz vor einer Infektion (am bekanntesten ist das Kondom) ist sexuell aktiven Menschen mit häufig wechselnden Partnern unbedingt zu raten, sich regelmäßig auf HIV testen zu lassen. Die zuständigen Gesundheitsämter führen solche Tests anonym und kostenlos durch. Dazu wird Blut abgenommen und im Labor untersucht. Was nicht jedem bekannt ist: HIV ist erst frühsten 8 Wochen nach einer Infektion nachweisbar. Daher ist es wichtig korrekte Angaben über den Weg der möglichen Infektion zu machen. Nur so erhält man ein gültiges Ergebnis. Das Ergebnis kommt ca. 1 Woche nach Blutentnahme und muss in den meisten Fällen persönlich abgeholt werden. Ist der Bescheid positiv, sind weiterführende Tests notwendig. Denn der 1. HIV-Test sagt lediglich aus, dass das eigene Immunsystem in der Vergangenheit gegen das HI-Virus angekämpft hat. Erst die weiteren Tests bestätigen oder widerlegen eine definitive HIV-Infektion.

Eine Infektion ist heutzutage kein Todesurteil. Allerdings setzt dies den frühzeitigen Beginn einer Therapie und lebenslange Einnahme von Medikamenten sowie ärztlicher Kontrolle voraus. Genau diese Betreuung ist allerdings nicht für jeden Infizierten zugänglich. Besonders in wirtschaftlich schwächeren Ländern ist eine Unterversorgung HIV/AIDS-Kranker die Regel.

Auch daran will der Welt-AIDS-Tag erinnern. Als Symbol gilt seit vielen Jahren die rote Schleife, die die Solidarisierung mit Betroffenen ausdrücken soll. Die Organisatoren möchten ebenso vermitteln, dass auch mit HIV und/oder AIDS ein weitgehend normales Leben möglich ist. Allerdings liegt es auch an uns, der Gesellschaft, dies zuzulassen.

Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Aidshilfe.
(Grafik-Quelle: www.aidshilfe.de)

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