Wie funktioniert eine Paar-Therapie?

Es scheint ein modernes Phänomen zu sein. Wann immer ein Paar in die Krise gerät, gibt es mindestens einen im Bekannten- bzw. Freundeskreis der das Wort „Paartherapie“ in den Mund nimmt. Doch was genau hat es damit auf sich? Was macht ein Paar-Therapeut und wie sind die Erfolgsaussichten? Lest weiter, wenn ihr die Antworten wissen wollt.

Miteinander sprechen – aber richtig!

Manchmal verzettelt man sich als Paar so dermaßen, dass es keinen Ausweg aus all den Streitigkeiten zu geben scheint. Jeder beharrt auf sein Recht, keiner nimmt das Argument des Anderen an. Schlicht: Man hört sich gar nicht mehr zu. Ein vernünftiges Wort miteinander scheint unmöglich. Genau hier setzen Paar-Therapeuten an. Sie fungieren als objektiver „Dritter“ und helfen dem Paar somit, wieder eine gemeinsame Linie zu finden, die fern von Vorwürfen und Abwehrhaltung ist. Manchmal ist es der richtige weg, jemand völlig unbeteiligtes zu involvieren. Am besten jedoch ist es dann, jemanden professionelles zu wählen. Geschulte Psychologen setzen ihre Kentnisse und ihr Wissen für den Versuch ein, das angespannte Verhältnis des Paares zu kitten.

Wie ein Therapeut hilft

In erster Linie bietet er Hilfe zur Selbsthilfe an. Ihm geht es darum, dass die Paare beginnen, wieder offen und ehrlich über ihre Probleme zu reden. Er ist Gesprächsleiter und hilft mit seinem geschulten Ohr, die relevanten Themen auf den Tisch zu bringen. Er sorgt dafür, dass ein Gespräch nicht eskaliert und man sachlich und in aller Vernunft miteinander redet. Dazu bietet er eine neutrale Plattform.

Wenn es geschafft wurde, sich über den Kern der Krise bewusst zu werden, wird die Hilfe aktiver. Der Therapeut gibt Anregungen wie das Paar gewisse Dinge oder Situationen besser händelt. Er will Muster durchbrechen und Denkanstöße geben. Es kann durchaus sein der er unkonventionelle Vorschläge macht und zu Experimenten rät, die dem Paar im ersten Moment befremdlich klingen. Das Ziel ist dabei stets die Ursachen der Krise zu identifizieren und mit ihnen lernen umzugehen bzw. sie abzustellen.

Doch ohne Mithilfe geht es eben nicht. Beide Partner müssen gewillt sein, diese Hilfe auch anzunehmen und auch aktiv dazu beizutragen, der Beziehung eine neue Chance zu geben. Dazu gehört natürlich auch, dass man eigene Fehler eingestehen muss. Manchmal muss es eben erst schlechter werden, um besser werden zu können.

Viele machen jedoch den Fehler und gehen viel zu spät zur Therapie. Wenn das Paar sich emotional schon soweit voneinander entfernt hat, kann auch ein Therapeut nicht mehr viel ausrichten. Viel mehr muss eine solche Therapie als beständige Beziehungsarbeit angesehen werden. Merkt ein Paar, dass es auf einem bestimmten Gebiet keine Einigung findet, dieses aber ein regelmäßiger Knackpunkt in der Beziehung ist, ist dies vielleicht ein Signal, dass hier eine Paartherapie weiterhelfen könnte.

Im Regelfall sollten Paare nach ungefähr 5 bis 7 Sitzungen eine Veränderung bemerken, so die einhellige Meinung anerkannter Therapeuten. Ist man in dieser Zeit aufeinander zugegangen, so bestehen reelle Chancen, dass die Beziehung zu retten ist. Eine Erfolgschance von 50%, so ergab eine Umfrage, können Therapien für sich verbuchen. Voraussetzung natürlich, dass beide Partner auch am „Ball bleiben“.

Wo findet man seriöse Ansprechpartner?

Natürlich kann man auf Bewertungen in verschiedensten Portalen zurückgreifen. Wer jedoch noch eine Spur sicherer gehen will, wird in den jeweiligen Übersichten der Berufsverbände fündig. Hier sind alle anerkannten Therapeuten im eigenen Umkreis aufgelistet.

Bildquelle: © Anton Gvozdikov – Fotolia.com

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